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  1. #1
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    Attention German Artists! (concerning social insurance for artists)

    I just got this text and I thought it might be of importance for some of you. Apparently they want to get rid of social insurance for artists.



    Pressemitteilung


    Eilmeldung: Bundesländer wollen Künstlersozialversicherung abschaffen
    Deutscher Kulturrat fordert Ministerpräsidenten auf, ihrer Verantwortung für die Künstler gerecht zu werden


    Berlin, den 09.09.2008. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist bestürzt über die Initiative der LänderBaden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, dieKünstlersozialversicherung abschaffen zu wollen.


    Klammheimlich, versteckt in einer Empfehlung (Bundesratsdrucksache 558/1/08 vom 08.09.2008 ) zum „Entwurf des Dritten Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere der mittelständischen Wirtschaft (Drittes Mittelstandsentlastungsgesetz)“ (Bundesratsdrucksache 558/08 ) haben der federführende Wirtschaftsausschuss, der Ausschuss für Frauen und Jugend, der Ausschuss für Innere Angelegenheiten sowie der Finanzausschuss des Bundesrates mit den Stimmen der genannten Länder beschlossen:


    „Der Bundesrat fordert, dass die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich reformiert wird.“


    Gegen die Empfehlung haben sich folgende Länder gewandt: Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Enthalten haben sich: Bayern, Berlin und das Saarland.


    Die Abstimmung über die geforderte Abschaffung der Künstlersozialversicherung soll bereits am 19.09.2008 im Bundesrat stattfinden. Der Deutsche Kulturrat fordert die Ministerpräsidenten der Länder auf, bei der Bundesratssitzung ihre Kulturverantwortung ernst zu nehmen und der Empfehlung nicht zu zustimmen.


    Die Künstlersozialversicherung ist eine kultur- und sozialpolitische Errungenschaft. Sie abzuschaffen würde bedeuten, dass die Mehrzahl der Künstler weder eine Kranken- noch eine Pflege- oder Rentenversicherung haben würden. Bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 12.616 Euro ist eine private Absicherung nicht möglich.


    Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Die von Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein betriebene Abschaffung der Künstlersozialversicherung ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Weil vor einem Jahr der Deutsche Bundestag die Künstlersozialversicherung erfolgreich reformiert hat und jetzt endlich alle schon seit 20 Jahren abgabepflichtigen Unternehmen und auch öffentlichen Körperschaften zur Zahlung herangezogen werden, wird von einem zu großen bürokratischen Aufwand gesprochen. In Wirklichkeit geht es den sieben Bundesländern darum, die abgabepflichtigen Unternehmen und öffentlichen Körperschaften auf Kosten der Künstler von ihren Sozialversicherungspflichten zu befreien. Die Künstler sollten sich das nicht gefallen lassen!“
    Last edited by Cepro; September 14th, 2008 at 04:41 PM.


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  4. #2
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    oh great.. more problems... thanx for putting this to my attention

    "How do you know you're good enough?" "You know." "What if you're wrong?" "You find out."

    *** Help a CA artist! Visit the Critique Center! ***

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  5. #3
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    Abschaffen, nein. Ändern, ja.

    Die KSK ist eine abartig hinterhältige "soziale" Institution, was den meisten freiberuflichen Kreativen meistens nicht bewusst ist.

    Sie hat es jahrelang verpasst, über die Abgabepflicht zu informieren, die meisten Werbeagenturen wissen gar nicht, dass es sie gibt. Vor ein paar Jahren wurde ihr dann klar, dass sie Minus macht und hat sich einfach so vorgenommen, die Abgaben der letzten fünf Jahre zurückzufordern. Das betrifft Werbeagenturen oft doppelt. Sie muss von den Kunden Abgaben fordern und ihnen erklären, dass diese Abgaben gesetzlich vorgeschrieben sind, was bei einer so dubiosen Organisation sehr schwierig ist. Ich kenne ein dutzend Beispiele, in denen das zum Verlust von Großkunden und schließlich zum Bankrott geführt hat, unsere Agentur stand selbst kurz davor.

    Ist die Agentur eine GmbH, fällt die Abgabe der Kunden weg, dafür muss der Inhaber der GmbH die Zahlungen von seinem eigenen Gehalt blechen. Wäre ja kein Problem, wenn die KSK diese Inhaber in die Kasse aufnehmen würde. Aber das verweigert sie fast allen, meist mit sehr rabiaten Mitteln. Sie scheint wegen der schlechten Organisation fast vollkommen auf Neuaufnahmen zu verzichten. Man muss zahlen, bekommt aber selbst keine Leistung. Im Gegenteil, mit den Abgaben wird oft die freischaffende Konkurrenz gefördert. Auch das hat erfahrungsgemäß schon zu massiven Kundenverlusten geführt.

    Wer sich also darüber aufregt, sollte vorher die andere Seite betrachten. Als junger Künstler ist man über die kostengünstige Versicherung natürlich froh, was vollkommen verständlich ist. Die KSK ist allerdings auf der anderen Seite ein Jobkiller und darüber hinaus ist das auf dem eigenen Mist gewachsen. Jetzt fordert die KSK die Folgekosten für das eigene Fehlverhalten.

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  7. #4
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    Kommando Spezialkräfte ist nicht mal "sozial" =P
    Jobkiller ist so ein starkes Wort, eher Jobumlagerer... Wir leben schließlich in einer sozialen Marktwirtschaft.
    Meine Fresse, bin ich froh, dass ich davon nicht betroffen bin -.-
    [] sketchbook [] [nsfw]

  8. #5
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    Hmm ich bin froh, dass jemand darauf geantwortet hat, da ich befürchtete als KSK-Kritiker beschimpft zu werden. Bei der letzten Einrichtung, bei der ich gearbeitet habe, kam plötzlich ein Brief von den Herrschaften ins Haus, weil sie vor 2 Jahren oder so einen Freiberuflichen Mediendesigner für Flyer-layouts und Webseiten-Präsenz engagiert haben. Sie haben verlangt, für die 2 Jahre komplett und RÜCKWIRKEND Abgaben zu berappen, die sich auf mehrere Tausend Euro bezog. Es wurde dann beschlossen, keinen Freiberufler mehr einzustellen und einen Bogen um alles zu machen, was irgendwie mit der KSK zu tun haben könnte.

    Dieser Laden ist schlimmer als die GEZ und wenn sie reformiert wird, kann ich das nur begrüßen, so wie es jetzt ist, sorgen sie nur dafür, dass keiner bei Unternehmen Arbeit findet, solange er nicht fest angestellt ist.

  9. #6
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    Spekkie de dutch?

    If that wasn't right, you'll have to forgive me. My entire german vocabulary comes from prison camp movies. What were you talking about again?
    Do you Mentler?

    Booting up a new sketchbook.

  10. #7
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    Pressemitteilung

    Künstlersozialversicherung: Länder rudern zurück

    Unternehmerfreundliche Reform fand bereits im letzten Jahr statt

    Berlin, 12.09.2008. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, meldete am 09.09.2008 in einer Eilmeldung, dass in der Bundesratssitzung am 19.09.2008 eine Beschlussempfehlung des federführenden Wirtschaftsausschusses sowie des Ausschusses für Frauen und Jugend, des Ausschusses für Innere Angelegenheiten und des Finanzausschusses des Bundesrats beraten werden soll, in der die Abschaffung der Künstlersozialversicherung oder deren unternehmerfreundliche Reform gefordert wird (http://www.kulturrat.de/detail.php?d...1387&rubrik=2). Dieser vom Land Baden-Württemberg eingebrachten Empfehlung hatten sich mehrere Länder angeschlossen. Andere wie Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen hatten im Ausschuss dagegen gestimmt. Bayern, Berlin und das Saarland hatten sich enthalten.

    Nach dieser Eilmeldung erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Künstler, aber auch Bundes- und Landespolitiker haben sich eindeutig gegen diese Forderung gewandt. Dieser Protest scheint Wirkung gezeigt zu haben, einige Länder ruderten bereits am selben Tag noch zurück und teilten mit, dass sie der Beschlussempfehlung bei der anstehenden Entscheidung im Bundesrat nicht folgen wollen. Andere Länder schlossen sich an. Den Meldungen zu Folge will nun auch der Urheber dieser Initiative, das Land Baden-Württemberg, die Zustimmung zurückziehen.



    Der Deutsche Kulturrat ist sehr erfreut über diese Entwicklung. Mit Nachdruck verweist der Deutsche Kulturrat darauf, dass im vergangenen Jahr eine unternehmerfreundliche Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes stattgefunden hat.

    Seit 20 Jahren sind alle Unternehmen, die mit Künstlern und Publizisten auf freiberuflicher Basis zusammenarbeiten, verpflichtet, Künstlersozialabgabe zu entrichten. Über mehr als zwei Jahrzehnte waren es leider vornehmlich die Unternehmen aus dem Kulturbereich also die Galerien, die Verlage, die Kultureinrichtungen und andere, die die Künstlersozialabgabe geleistet haben. Ebenfalls flächendeckend gezahlt haben die Unternehmen der chemischen Industrie, die sich in einer so genannten Ausgleichsvereinigung zusammengeschlossen und für Abgabe- und Wettbewerbsgerechtigkeit in ihrer Branche gesorgt haben.

    Seit Juli letzten Jahres werden endlich flächendeckend in allen Branchen die Unternehmen geprüft, ob sie mit Künstlern und Publizisten zusammenarbeiten und Künstlersozialabgabepflicht beststeht. Wenn dieses der Fall ist und sie bislang ihrer Zahlungsverpflichtung nicht nachgekommen sind, werden sie nun endlich zur Zahlung herangezogen und müssen die im Sozialversicherungsrecht übliche Nachzahlung für die letzten fünf Jahre leisten. Trittbrettfahren ist jetzt nicht mehr möglich! Dank der gerade erfolgten Reform werden die schon in den letzten Jahren ehrlich zahlenden Unternehmen entlastet werden. Der Künstlersozialabgabesatz sinkt von 4,9% in diesem auf 4,4% im kommenden Jahr.

    Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Im letzten Jahr fand eine unternehmerfreundliche Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes statt, das wird hoffentlich nun auch das Land Baden-Württemberg verstehen. Drückebergerei gilt bei der Künstlersozialversicherung nun nicht mehr. Denn es kann nicht sein, dass einige Unternehmen sich vor der Zahlung drücken und andere sich gesetzestreu verhaltende Unternehmen deshalb zu stark belastet werden. Die Reform des letzten Jahres zeigt eine deutliche Wirkung. Im kommenden Jahr wird der Abgabesatz sinken. Wenn alle Unternehmen ihrer Zahlungsverpflichtung nachkommen und sich jetzt nicht einige durch weitere Winkelzüge vor der Abgabe drücken, kann voraussichtlich in den nächsten Jahren der Abgabesatz weiter sinken. Durch diese Wettbewerbsgerechtigkeit werden dann alle Unternehmen von der bereits stattgefundenen unternehmerfreundlichen Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes profitieren."

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  12. #8
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    Hmm scheint als ob man sich auf garnix mehr verlassen kann. Man sollte sich eh auch als Angestellter lieber selber um die Absicherung von Rente und Berufsunfähigkeit kümmern.

  13. #9
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    Einfach nur ein großer Witz. Soviel zur KSK.

  14. #10
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    Keine Panik auf der Titanic.

    Dieser Entwurf wird nicht umgesetzt, die Bundesländer haben ihn wieder verworfen (Info aus der Süddeutschen zeitung, Feuilleton, von diesem Wochenende)

  15. #11
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    War ja eigentlich auch fast klar
    Aber info schadet ja nie.

  16. #12
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    Glück gehabt!

    Interessant ist, dass sich meistens Leute über die KSK beschweren die von ihr nichts wussten oder falsch informiert sind. Und Unwissenheit schützt nicht vor Strafe!


    Quote Originally Posted by Jabo View Post
    Sie hat es jahrelang verpasst, über die Abgabepflicht zu informieren, die meisten Werbeagenturen wissen gar nicht, dass es sie gibt. Vor ein paar Jahren wurde ihr dann klar, dass sie Minus macht und hat sich einfach so vorgenommen, die Abgaben der letzten fünf Jahre zurückzufordern. Das betrifft Werbeagenturen oft doppelt. Sie muss von den Kunden Abgaben fordern und ihnen erklären, dass diese Abgaben gesetzlich vorgeschrieben sind, was bei einer so dubiosen Organisation sehr schwierig ist. Ich kenne ein dutzend Beispiele, in denen das zum Verlust von Großkunden und schließlich zum Bankrott geführt hat, unsere Agentur stand selbst kurz davor.
    Werbeagenturen müssen von ihren Kunden keine Künstlersozialabgabe fordern. Wenn der Verwerter Abgabenpflichtig ist, meldet er sich bei der KSK und entrichtet die KSA. Wie gesagt Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Wenn der Großkunde meint er könne sich eine interne PR-Abteilung und die damit verbundenen Kosten und Sozialabgaben für seine Mitarbeiter sparen, aber auch keine KSA für Aufträge an Selbststänige (also auch viele Werbeagenturen) zahlen will, is das traurig und wenig "sozial" von Deinem Großkunden. Dadran ist aber nicht die KSK schuld.

    Quote Originally Posted by Jabo View Post
    Ist die Agentur eine GmbH, fällt die Abgabe der Kunden weg, dafür muss der Inhaber der GmbH die Zahlungen von seinem eigenen Gehalt blechen.
    Das ist total falsch. Eine GmbH zahlt auf ihre Einnahmen keine KSA. Sie zahlt genau wie jede andere Werbeagentur allerdings sehrwohl, wenn sie externe freie Mitarbeiter beschäftigt, logisch oder?

    Quote Originally Posted by Jabo View Post
    Wäre ja kein Problem, wenn die KSK diese Inhaber in die Kasse aufnehmen würde. Aber das verweigert sie fast allen, meist mit sehr rabiaten Mitteln. Sie scheint wegen der schlechten Organisation fast vollkommen auf Neuaufnahmen zu verzichten. Man muss zahlen, bekommt aber selbst keine Leistung.
    Hm, warum sollten die Inhaber einer GmbH in die KSK dürfen, wenn die Unternehmen für eine GmbH keine KSA entrichten? Das wäre allerdings mal unsozial. Der Inhaber einer Werbeagentur, die keine GmbH ist, ist nach dem KSVG allerdings i.d.R. pflichtversichert. - Wenn nicht, ist er benachteiligt, vor allem weil seinen Kunden weiterhin für ihn eine Abgabe leisten. Das ist unfair und wird wie einige andere Details hoffentlich auch noch korrigiert.

    Irgendwer muss immer bezahlen. Hier ausnahmsweise mal nicht die Kleinen.
    Last edited by janni; September 21st, 2008 at 07:14 PM.

  17. #13
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    Nur schade, dass nicht nur Werbeagenturen den Kopf hinhalten müssen, sondern so ziemlich alle anderen Unternehmen auch:

    "Nicht Nur die typischen Verwerter künstlerischer Leistungen, wie Verlage und Werbeagenturen, sind für alle gezahltenHonorare abgabepflichtig, Sondern auch sämtliche Unternehmen, die beispielsweise Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit für die eigenen Produkte bzw. das eigene Unternehmen betreiben. So sind sich viele Unternehmen nicht bewusst, dass schon der kleine Auftrag an einen Grafiker oder Fotografen zu einer Abgabepflicht führen kann, dies gilt insbesondere für den Fall der sogenannten Eigenwerbung" (MittelstandsMagazin 12/2007)

    Tut mir leid, aber diese Geschäftpraktiken zerstören vertrauen und damit die Grundlage um erfolgreich selbständig arbeiten zu können.

  18. #14
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    Wenn ein Unternehmen nicht nur gelegentlich(!!) Aufträge an freie Künstler vergibt muss es selbstverständlich Abgaben zahlen. Das wäre wohl sonst die ultimative Ungerechtigkeit. Deswegen ist das mehr als richtig so.

    Wenn es ein Unternehmer nicht schafft sich richtig zu informieren und Zahlungen versäumt, muss er rückwirkend zahlen. Wenn ich Steuern hinterziehe muss ich auch rückwirkend zahlen - ob ich das nun absichtlich gemacht habe oder nicht. Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

    Nun haben sich Unternehmer über Jahrzehnte wissentlich und unwissentlich vor den Zahlungen gedrückt und fallen plötzlich aus dem Häuschen als ihnen auf die Schliche gekommen wird.

    Der Untehmer verwertet, der Unternehmer muss zahlen - so wie er für jeden anderen seiner Mitarbeiter auch Sozialabgaben zahlt. Ganz einfach. Dass sich die Industrie über jede soziale Abgabe aufregt war schon immer so. Warum sich hier Kreative über ihre hart erkämpfte Sonderstellung aufregen ist allerdings merkwürdig.

    Die Unternehmer die keine Freien einstellen, weil sie KSA bezahlen müssen, sind die gleichen, die uns am liebsten gar nicht bezahlen und auf Spekulation arbeiten lassen. Es geht hier nur um einmalige 4,9% auf das Netto-Honorar des Künstlers. Das sind bei einem Honorar von 5000,- EUR gerade einmal 245,- EUR an Abgaben. Wenn sich keiner drücken würde, wäre es weniger.
    Last edited by janni; September 21st, 2008 at 08:34 PM.

  19. #15
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    janni: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht", selten so einen dummen und neunmalklugen Spruch gehört in diesem Zusammenhang. Woher soll denn der Abgabepflichtige wissen, dass er KSK-Abgaben zu zahlen hat, wenn die KSK es versäumt, diese Information herauszugeben? Kein Steuerberater wusste von diesen Abgaben, bis der Trubel losging. Woher soll man davon wissen? Woher, dass würde ich von dir gern wissen, wo du doch so gut bescheid weißt. Wäre ja an sich nur Dummheit vonseiten der KSK, aber dann im Nachhinein auf fünf Jahre Abgaben zurückzuverlangen, auf einen Schlag, ist für viele Unternehmen der Tod.

    Denn, und es tut mir leid deine verquerte Weltordnung auf den Kopf zu stellen, es gibt auch kleine Unternehmen. Eine Werbeagentur ist nicht die OPEC, keine bösen asozialen Sklaventreiber. Diese kleinen Unternehmen, zu denen auch viele Agenturen und Grafikdienstleister gehören, werden von sowas härter getroffen, als die meisten es sich vorstellen können. Wir wussten nichts von den Abgaben (wie gesagt, es ist die Pflicht der KSK, zu informieren), zum Glück waren wir jahrelang ohne Freiberufler ausgekommen. Andere hatten weniger Glück, eine befreundete Agentur hat alle Großkunden durch diesen Unsinn verloren. Was denkst du, wie ein Großunternehmen reagiert, wenn sie eine Rechnung über 5 Jahre Abgaben bekommt und darauf steht der Name einer Werbeagentur? Genau, eine PR-Abteilung aufmachen. Eine Agentur weniger.

    Wenn die KSK zu blöd ist, die Leute über ihre Abgabepflicht zu informieren, sollen sie die fünf letzten Jahre passé sein lassen und die Abgaben ab jetzt einfordern. Solche hinterlistige Fehlerspachtelei darf nicht geschehen, schon gar nicht von einer Institution die das Wort "sozial" im Namen trägt.

    Irgendwer muss immer bezahlen. Hier ausnahmsweise mal nicht die Kleinen.
    Ja, sondern Arbeitgeber. Lass dir das auf der Zunge zergehen und überleg dir dann, was es für diejenigen, die sonst in die Freien Geld investieren würden, für Alternativen aufwirft. Freie kreative Arbeit wird von der KSK mehr zerstört als gefördert. Entweder du lässt dich anstellen, sonst bist du für jeden Arbeitgeber nur eine zusätzliche Last.

    Wie gesagt, ich halte das noble Prinzip, das hinter der KSK steht, für durchaus akzeptabel, nur wurde es leider in keinster Weise richtig umgesetzt. Und du kannst mir sagen was du willst, das System, nach dem hier mit Abgaben, Aufnahmen und Organisation umgegangen wird, ist reine Willkür. Vielleicht wird auch gewürfelt, ich weiß es nicht.

    EDIT: Sollte für einen Agenturkunden irgendwann die Abrechnung kommen... soll sich doch einer von der KSK dort hingesellen und denen eklären, warum sie zahlen müssen. Was in 5 Jahren alles erwirtschaftet werden kann, ich will gar nicht an die "4,9%" denken, die ach so kleinen 4,9. Was, wenn es zwei Jahre lang super ging, Investitionen getätigt wurden, und dann läuft es nicht mehr so gut, drei Jahre lang? Kein Geld mehr da, da sind dann 4,9 Prozent der rosigen zwei Jahre doch eine Menge Geld, um sie auf einmal zu berappen.
    Last edited by Jabo; September 21st, 2008 at 08:51 PM.

  20. #16
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    Also Jabo nun mal wirklich.. ich geb dir ja absolut Recht das Abgaben über 5 Jahre auf einen Schlag zurückzuverlangen hart ist. Aber mal ehrlig - wie willst Du es denn sonst machen?

    Justiz ist nur gerecht wenn man alle nach den gleichen Maßstäben belangt. Wenn einer sagt ich wusste das nicht, sagen alle sie wussten das nicht, wenn sie dann nicht zahlen müssen. Absolut richtig, dass besonders bei der Gewerbeanmeldung vielen Werbeagentur-Gründern geholfen gewesen wäre, wenn sie auch ein Infoblatt zur KSK gekriegt hätten. Ist aber nicht passiert, und genug haben es trotzdem geschafft sich umfassend genug zu informieren. Das KSVG gibts schon seit über 20 Jahren. Rechtsanwälte waren aber wohl leider meistens die falschen Ansprechpartner. Das sollte kein "Selbst Schuld" sein, sondern ein "auch wenns dich trifft, gib zu die Lage war nunmal rechtlich kompliziert". Wenn du allen "Nicht-Zahlern", die erwischt wurden, die letzten 5 Jahre erlassen hättest wären alle die gezahlt haben auf die Barrikaden gegangen - absolut unmöglich durchzusetzen. Das mag dir ja neunmalklug vorkommen, aber es funktioniert nunmal so.

    Und dein Arbeitgeber zahlt übrigens für einen festen Mitarbeiter mehr Sozialabgaben als für einen Freien. Die Hälfte für den Freien zahlt der Bund. Ich bin echt kein Freund von Bürokratie und hab selbst meine Geschichten von der KSK zu erzählen... aber Schuld an allem hat sie nun auch nicht. Und garantiert nicht am Agenturensterben.

    Richtet Eure Wut mal lieber gegen die Großkunden, die ihre Abgaben nicht gezahlt haben und dann auch noch die "Schuld" an allem auf die kleinen Agenturen schieben. Ihr hattet nämlich keinerlei Verpflichtung euch da in irgendeiner Weise drum zu kümmern oder denen das zu erklären. Obwohl es bei vielen Agenturen wohl sogar Praxis war auf der Rechnung auf eine Möglichkeit der entstehenden Abgabenpflicht hinzuweisen.

    Naja unsinnige Diskussion, eh etwas off-topic und wollte eigentlicht nur klarstellen, dass die KSK wirklich ne noble Sache ist über die alle Kulturschaffenden dankbar sein sollten.

    Cheers!

  21. #17
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    Mein Vater hat(te) leider schon 10 Jahre länger seine Agentur, als es die KSK gab. Dementsprechend war die Informationspflicht wohl ganz sicher auf seiten der KSK oder sonstwem, aber sicher nicht auf seiner. Wer Jahrzehnte lang 14 Stunden arbeitet, Leute einstellt, Arbeitsplätze schafft und auch ansonsten alles tut, um seinen eigenen Weg zu gehen, von dem darf man nicht verlangen können, dass er sich auch noch über sowas informiert. Derjenige hat sich um eine laufende Firma zu kümmern. Außerdem ist es im Allgemeinen so: Wer Geld haben will, sollte sich drum kümmern. Und zwar nicht fünf Jahre im Nachhinein. Du drückst dich mit deiner verallgemeinenden Aussage, dass sich hier irgendjemand "drückt" ziemlich asozial aus, denn es hat sich niemand gedrückt. Informierst du dich alles halbe Jahr, ob du nicht doch mehr Abgaben zahlen musst? Könnte ja was dazu gekommen sein? Sicher nicht.

    Außerdem muss der Definitionskram geklärt werden, und zwar von der KSK. Es kann nicht sein, dass ein Web-Programmierer nicht in die KSK aufgenommen wird, der "Webdesigner" allerdings schon, obwohl sie beide das gleiche anbieten.

    Die Großkunden sind mir doch vollkommen egal. Dass sie es zahlen müssen sehe ich genau so ein wie die Tatsache, dass wir für etwaige freie Mitarbeiter zahlen müssen. Aber NICHT 5 Jahre im Nachhinein, weil uns von keiner KSK bekannt war (was nun leider so ist, dafür kann mein Vater sicher nichts), bzw. die KSK es anscheinend versäumt hat, ihre Definitionen und das "Wer zahlt, wer nicht" genau zu äußern. Die Künstlerkasse hat einfach jahrelang nur darauf geachtet, wer von ihnen Geld bekommt (löblich), aber hat dabei vollkommen vergessen zu hinterfragen, von wem es kommt. Da lief etwas gewaltig falsch. So etwas zu verteidigen halte ich für fahrlässig. Soweit ich weiß, hat die KSK auch keine Stellungnahme zu ihrer Schuld abgegeben, sondern klappert jetzt wie ein Bettler einfach alle Läden ab.

    Ich nehme an (wenn nicht, pardon), dass du anscheinend von der KSK die Hälfte deiner Beiträge bekommst. Das ist mir vollkommen recht, Freie haben es oft schwer genug. Ich kann auch verstehen, dass du die KSK deshalb als soziale Institution ansiehst. Dass du aber die Fehler im System, die eindeutig auf die KSK und ihre Urheber zurück zu führen sind, so vehement verteidigst, finde ich unverschämt. Du bekommst Geld, dann frag dich gefälligst auch, wo es her kommt und nimm es nicht als gegeben hin. Momentan ist es nicht sozial. Im Gegensatz, auf dem aktuellen Stand der Dinge ist es ungerechter als ohne KSK.

    Wenn du allen "Nicht-Zahlern", die erwischt wurden, die letzten 5 Jahre erlassen hättest wären alle die gezahlt haben auf die Barrikaden gegangen - absolut unmöglich durchzusetzen. Das mag dir ja neunmalklug vorkommen, aber es funktioniert nunmal so.
    So, und jetzt vom Standpunkt derer, die jetzt rückwirkend zahlen müssen: Warum sollte ich Schulden bezahlen, über die ich nie einen einzigen Bescheid bekommen habe? 20 Jahre lang? Wird Gerechtigkeit jetzt dadurch definiert, wer den besseren Steueranwalt hat? Soll so das "soziale" System aussehen, von dem du sprichst?

    Es geht hier nicht darum, dass unsere GmbH für etwaige Freie zahlen muss. Wir wissen jetzt, dass wir Abgaben entrichten müssen, und werden es in Zukunft auch tun. Nur nicht im Nachhinein. Auf keinen Fall.

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